Illegale Krankenakten bei der Post

Nun hat auch die Deutsche Bundespost ihren Datenschutzskandal. Wie Spiegel Online berichtet, gab es bei dem Logistikkonzern elektronische Krankenakten von Mitarbeitern, in denen selbst intimste Krankheitsdetails gespeichert wurden. Daneben wurden die Informationen häufig mit klaren internen Handlungsempfehlungen zur Behandlung der betroffenen Beschäftigten verbunden. So z.B. mit dem Ziel auf die Mitarbeiter dahingehend einzuwirken, dass sie in Vorruhestandsregelungen einwilligen oder eine Versetzung akzeptieren.

Die Deutsche Post AG räumt ein, dass solche Akten geführt wurden und dass damit in gravierender Form gegen Datenschutzbestimmungen verstoßen wurde. Allerdings, so Personalvorstand Walter Scheuerle, sei dies nach Kenntnis des Unternehmens nur in zwei der Post-Briefzentren der Fall gewesen. Die für die Post zuständige Gewerkschaft Ver.di fordert jedenfalls eine „rigorose Aufklärung“, kann aber auch erst mal nur warten, was dabei noch ans Tageslicht kommt.

Damit wären eigentlich alle größeren Unternehmen beisammen, die das „Deutsche“ im Namen tragen. Deutsche Telekom, Deutsche Bahn, Deutsche Lufthansa, Deutsche Bank, Deutsche Post …

Ob sich Datenschutzignorierer bald mit „Deutschem Gruß“ begrüßen, wenn sie sich auf der Straße oder im Gerichtssaal begegnen?

Es fällt auf, dass solche Datenskandale immer größere Unternehmen zu betreffen scheinen, die ihre internen Abläufe eigentlich hinreichend professionalisiert und revisionssicher angelegt haben sollten. Oder gibt es für jeden Konzern in den Negativschlagzeilen etwa tausend Klein- und Mittelunternehmen, die datenschutztechnisch „unter dem Radar“ durchfliegen?
Spiegel.de: Post speicherte Krankendaten von Mitarbeitern

Eine Antwort zu „Illegale Krankenakten bei der Post“

  1. frighty sagt:

    Jetzt fehlt nur noch die Deutsche Rentenversicherung, die Deutsche Angestellten-Krankenkasse und die Deutsche Presse-Agentur. Die DAK kommt vielleicht mit der elektronischen Gesundheitsakte groß raus. Die DPA mit der Verbreitung von falschen Tatsachen auf Grund von Unterwanderung. Und die Deutsche Rentenversicherung verliert die Lebensläufe ihrer Mitglieder. Quasi von uns allen.
    Für die Deutsche Industrie- und Handelskammer fällt mir gerade nix ein. Vielleicht die Veröffentlichung von Ergebnissen der Absolventen diverser Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen.

    Gibt’s schon eine Seite im Netz, auf der man Wetten abschließen kann, wer als nächstes den Datenskandal-Thron besteigt?

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